17. Leipziger Hörspielsommer im Richard-Wagner-Hain Leipzig

Die ersten Hörspielsommer-Tage lockten tausende Besucher*innen an

Leipzig, 8. Juli 2020

Zu den ersten Hörspielsommer-Festival-Tagen fanden tausende Besucher*innen ihren Weg auf den Richard-Wagner-Hain am Elsterflutbecken in Leipzig. Zahlreiche Highlights wie Live-Performances, die Langen Nacht der Hörkunst, der 4. Hörspielmanuskriptwettbewerb, der 1. Kurzhörspielwettbewerb sponsored by BMW Group Werk Leipzig und das Deutschlandfunk Kultur Hörtheater begeisterten die Zuhörer*innen. Positives Feedback gab es außerdem für das umfangreiche Hygienekonzept.

Der erste Festivaltag am Samstag, 5. Juli, lockte bereits um 14 Uhr unzählige Gäste auf die Wiese. Mit “Heldinnen und Helden unserer Kindheit” kamen große und kleine Hörspielfans in den Genuss wahrer Klassiker wie “Der Traumzauberbaum”, “Pittiplatsch” und Janoschs “Oh, wie schön ist Panama”. Am Abend eröffneten Festivalleiter Lukas Wortmann, Vorstandsmitglied Henrike Bohl und Schirmherrin Dr. Skadi Jennicke, Kulturbürgermeisterin der Stadt Leipzig, offiziell den 18. Leipziger Hörspielsommer und betonten den Drang der Leipziger Bürger*innen zu nicht-virtuellen Kulturveranstaltungen, die Vielfalt des Hörspielprogramms und die Wertschätzung des Ehrenamts: „Während des Festivals gewährleisten dieses Jahr mehr als 40 Ehrenamtliche die Durchführung des Festivals, insbesondere die Ausarbeitung des Hygienekonzepts durch eine eigens zusammengefundene Arbeitsgruppe erforderte viel Engagement“, so Lukas Wortmann.

Auch dem Abendprogramm unter dem Motto “Perspektiven wechseln I” mit teils feministischen, zu Diskussionen anregenden Stücken, hörten hunderte Besucher*innen auf der Wiese zu, sodass zeitweise keine neuen Gäste auf die Wiese gelassen werden konnten. Das Hygienekonzept sieht vor, dass nur eine maximale Anzahl von 400 Personen gleichzeitig auf dem Festivalgelände sein dürfen. Das mit bunten Bändern eingegrenzte Festivalgelände, die Sitzkreise sowie die dafür am Eingang vergebenen Platzkarten wurden vom Publikum sehr gut angenommen. Für die Organisation unter Corona-Bedingungen und das Programm erhielt das Team des Hörspielsommer e. V. viel dankbares und positives Feedback.

Der Samstagabend sorgte bei den Besucher*innen für vielfältige Impulse: Clemens Böckmanns und Yeongbin Lees Live-Darbietung “2/133/7 – eine akustische Nachtwanderung” stand ganz im Zeichen ihres selbstgebauten Bilderklaviers. Eine weitere Besonderheit von Tag eins: die Lange Nacht der Hörkunst, die mit Audiostücken zum Thema „rauschen“ sowie dem klangvollen Live-Act “Dictaphone” um 22 Uhr bis 2 Uhr morgens für eine volle Wiese sorgte. Besucher*innen verlängerten die Lange Nacht gleich noch und übernachteten sogar auf dem Hain.

Am Sonntag ging es dann mit selbstproduzierten Hörspielen von und mit Kindern sowie mit Interviews der Macher*innen weiter. Den krönenden Abschluss des Nachmittagsprogramms bildete das Live-Hörspiel “Das unheimliche Geisterhaus”, welches von Felix Strüven (Autor, Schauspieler und Sprecher, u. a. von TKKG Junior) exklusiv für diesen Auftritt geschrieben und von sechs jungen Hörspielfans nur wenige Stunden zuvor im Rahmen eines Workshops eingeübt worden war. Die Zuhörer*innen belohnten diese Arbeit und vor allem den Mut der Kinder mit tosendem Beifall.
Eine szenische Lesung im Rahmen des 4. Hörspielmanuskriptwettbewerbes, in Kooperation mit dem Studiengang experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar, läutete schließlich das Abendprogramm ein. Acht der besten Wettbewerbseinsendungen wurden von Lisa Dressler, Lysann Schläfke, Jan-Arwed Maul und Yann Yuro vorgetragen und werden nun bis zum nächsten Hörspielsommer von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar und einer weitern Partneruniversität inszeniert.
Anschließend durfte das Hörspielsommer-Team den Deutschlandfunk Kultur mit dem Hörtheater auf der Wiese begrüßen, der das Stück “The Revolution Will Be Injected” mitbrachte. Das anschließende Gespräch mit Hans Unstern, Johann Mittmann und Julia Gabel zog das Publikum in seinen Bann, welches aufmerksam lauschte. Und in den letzten Abendstunden vor dem Sonnenuntergang kam dann sogar noch einmal die Sonne hervor und hüllte die Wiese in ein goldenes Licht.

Das Familienprogramm am Montag, 6. Juli, brachte Geschichten aus dem Weltraum auf die Hörspielsommerwiese und begeisterte die kleinen Hörspielfans. Trotz des ungemütlichen Wetters waren dutzende Besucher*innen zugegen und ließen sich auch von Regen und Wind nicht davon abhalten, später am Abend die Ausstrahlung des 1. Kurzhörspielwettbewerb sponsored by BMW zu verfolgen. Gespielt wurde eine Shortlist aus sieben Kurzhörspielen zu den Themen Innovation, Umwelt und Mobilität und einige der Hörspielmacher*innen ließen sich für ein Interview auf die Bühne bitten. Eine Fachjury, bestehend aus Julia Gabel (freie Redakteurin Deutschlandfunk Kultur), Sara Hoshyari (freie Produzentin) und John Sauter (Gewinner 17. Internationaler Hörspielwettbewerb), kürte Johann Ottens und Toni Jessens Stück “Leben neben der Schallschutzwand” zum Gewinner des BMW-Innovationspreises. Den zweiten Platz erhielt Verena Dürr mit ihrem Hörspiel “Motorik und Taxis” und Platz drei belegte “Entropie” von Andreas von Stosch. Das BMW Group Werk Leipzig stellte außerdem ein Preisgeld von 1.000 Euro zur Verfügung, welches anteilig an diese drei Gewinner*innenstücke vergeben wurde.
Im Anschluss an den Wettbewerb ging es dann mit dem zweiten Teil des Themenschwerpunktes “Perspektiven wechseln II” weiter und auch die Sonne strahlte wieder vom Himmel. Den Abschluss des Abends bildete der Live-Act “Fräulein on the Dark Side of Bass – Kramuri: Intergalactic Edition”, eine zeitgenössische Variéte-Show, welche die Zuschauer*innen mit viel Witz, Charme und Bewegung zum Lachen und Zuhören brachte.

Für alle Frühaufsteher begann der Dienstag auf der Hörspielsommer-Wiese bereits um 9:30 Uhr mit dem Weckruf “Eine Reise in die Welt der Tiere” und der Live-Performance “Urwaldgeschichten” um 10 Uhr, welche um 16.35 Uhr im tierischen Nachmittagsprogramm noch einmal wiederholt wurde und (nicht nur) die jungen Hörspielbesucher*innen in ihren Bann zog und die Wiese an ihre Kapazitätsgrenzen brachte. Abends wurde es dann entspannter und ernster, als es im Themenabend “Brüche wagen”, um verschiedene gesellschaftliche Diskurse und Lebensweisen abseits des Mainstreams ging. Das Hörspielsommer-Team präsentierte u. a. das zweisprachige Stück „Ein Leben in der Blase – Život u balonu“ sowie das Stücke „Die Toten haben zu tun“, Hörspiel des Monats Januar von Deutschlandfunk Kultur.

Auch die zweite Festivalhälfte wartet mit vielen Highlights auf: Der Mittwochabend steht ganz im Zeichen des im Februar verstorbenen Ror Wolf und der Hörspielsommer würdigt ihn gemeinsam mit der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig mit einigen seiner Fußball-O-Ton-Collagen und Gesprächen. Am Donnerstag ist die Leipziger Geräuschkulisse „Zu Gast“ auf der Hörspielsommerwiese und animiert zum aktiven diskutieren über mitgebrachte Hörstücke und Live-Act „Biotopic Puddles (Biotopische Pfützen)“ von und mit Felicity Mangan. Der Freitag und Samstag stehen anschließend ganz im Zeichen des renommierten 18. Internationalen Hörspielwettbewerbs: Neben der regulären Präsentation der Hörstücke findet außerdem eine English Night mit ausschließlich englischsprachigen Stücken am Freitagabend statt. Die besten Hörspielstücke werden am Samstag, 11. Juli, um 19 Uhr feierlich prämiert, bevor mit dem feucht-fröhlichen Live-Act „Moskau – Petuschki“ der Tag ausklingt. Der letzte Festivaltag unter dem Titel „Nachklang“ präsentiert einmal mehr die beliebtesten Stücke der vergangenen acht Festivaltage und gibt Raum, um verpasste Stücke nachzuholen.
Der Leipziger Hörspielsommer ist eines der bundesweit bedeutendsten Foren für Hörspielkunst. Ausgerichtet vom Hörspielsommer e. V. findet das neuntägige, eintrittsfreie Festival seit 2003 in Leipzig statt. Das Festival versteht sich als Publikumsveranstaltung, Newcomer*innen-Plattform und Treffpunkt der Hörspielszene.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mit-finanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

Weiteres Pressematerial sowie fotografische Eindrücke der ersten Festivaltage gibt es unter hoerspielsommer-verein.de/presse; das komplette Festivalprogramm ist auf hoerspielsommer.de zu finden.

Ansprechpartnerin: Marie Wolff, 0151/11130006, presse@hoerspielsommer.de

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